Zuerst einmal zu mir: Ich bin 29, männlich und bis vor einem dreiviertel Jahr war ich auch noch emotional sehr stabil.
Seit etwa 5 Jahren bin ich wortwörtlich vom Pech verfolgt. Das ganze hat meine Exfreundin dazu veranlasst mich zu verlassen und 2 sehr enge Freundschaften sind daran kaputt gegangen. Jedes mal wurden ähnliche Aussagen getroffen, wie beispielsweise: "Es liegt ja nicht an dir persönlich, aber ich habe Angst in deiner Nähe zu sein." Mittlerweile habe ich mich komplett abgekapselt und gehe jeglicher persönlicher Bindung bewusst aus dem Weg, weil ich nicht mehr enttäuscht werden will.
Das alles hat am 10.03.21 mit einem Arbeitsunfall angefangen. Ich bin auf ein Autodach auf dem Firmengelände geklettert, dabei wollte ich einen großen Schritt über die Windschutzscheibe machen (ich stand bereits auf der Motorhabe), dabei sind die inneren Bänder von der Kniescheibe gerissen. Ich hatte mich erschreckt und versucht mich mit einer Drehbewegung zu fangen, wobei ich mit dem kaputten Bein an der oberen Kante der Motorhabe hängengeblieben bin und mit einem schnalzendem Geräusch das Kreuzband gerissen ist. Mein Chef hat mich in die Notaufnahme gefahren und nachdem die Schwellung zurück gegangen war haben sie mich operiert.
Nach der ersten Nacht wurde mir morgens bei der Visite gesagt, dass ich heimgehen soll. Ich habe erwiedert, dass mir bei der OP Vorbereitung gesagt wurde ich würde mindestens 3 Tage bleiben und es mir nichtmal möglich ist mit Krücken zu laufen. Da ich im dritten Stock wohnte, das Bein aufgrund der Schmerzen durch die Op nur waagerecht halten konnte und eine längere Genesungszeit abzusehen war, konnte ich zu meiner Ex in die Wohnung ziehen. Ich wurde also mit einem Rezept für eine 20er Packung 600mg Ibuprofen, einer Familienpakung Thrombosespritzen, Krücken und einem Leihrollstuhl OHNE Beinstütze entlassen. Die Beinstütze habe ich mir dann kurzerhand aus Kartons selbst gebaut um mein Bein hochlegen zu können. Ich saß dann also vor der Uniklinik und versuchte ein Taxi für Rollstuhlfahrer zu bekommen, leider war das nicht ohne stundenlanges Warten möglich. Ich bin dann also wie ein Hund mit dem Rollstuhl quer durch die Stadt geeiert und habe vor der Haustür auf meine Ex gewartet. Den Schlüssel von ihrer Wohnung hatte ich blöderweise bei mir in der Wohnung gelassen. Sie hat mir 4 Wochen lang bei alltäglich Aufgaben geholfen und sich wirklich gut gekümmert aber es war der Wurm drin. Ständig ist irgendwas gegen das kaputte Knie geschlagen und jedes mal musste ich weinen wie ein kleines Mädchen weil es so weh getan hat. Bei dem ersten Nachsorgetermin wurde ich dann von einer Pflegerin gefragt warum ich denn die Drainage gezogen hätte. Lange rede kurzer Sinn, es gab nie eine Drainage, weil diese vergessen wurde und ich habe dann die weitere Behandlung durch den Arzt verweigert und dann ein steriles Skalpell und Octenisept gekauft, in die Wund am Schienbein reingeschnitten und die Pampe rausmassiert. Nach einer Woche etwa war dieses schmerzende Druckgefühl weg und das Bein wieder fast auf normale Dicke abgeschwollen. Mittlerweile kann ich das Bein wieder normal belasten und außer den Narben und tauben Fußzehen (das kam durch die OP, ich wusste aber dass das passieren kann und bin fein damit) keine Spätfolgen in dem Sinne.
Was aber geblieben ist, ist die Pechsträhne. Mir wurden 9 (nein das ist kein Schreibfehler, es waren NEUN) Autos kaputt gefahren, bei mir wurde drei mal in drei verschiedene Wohnungen einbrochen, mein Motorrad wurde mir am hellichten Tag vom Rewe-Parkplatz geklaut, es geht ständig irgendwas kaputt, ich werde ohne mein zutun desöfteren von wildfremden Mensche auf der Straße blöd von der Seite angemacht, und generell ziehe ich so oft die Arschkarte, dass ich einfach absolut keine Lust mehr habe morgens aufzustehen.
Noch eine kurze Storry: Ich habe mich von meinem Chef überreden lassen mich beim örtlich Dorffest gestern mit ihm und seiner Frau zu treffen und den Tag zu genießen. Ich stand eine halbe Stunde in der Schlange am Grill um mir ein Steakbrötchen zu holen. Es waren noch 15 bis 20 Leute vor mir als der Typ an der Ausgabe gerufun hatte, dass alle Leute die Steaks wollen nach vorne kommen können, weil die Würstchen noch etwas länger brauchen. Ich stand also in der Extrawarteschlange als Vorletzter, hinter mir eine alte Dame. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, weil es so warm war und keinen Schatten gab und ließ die alte Frau vor. Drei mal dürft ihr raten wer als einziger kein Steakbrötchen mehr bekommen hat. Ich habe dann den Typ an der Ausgabe gefragt, ob es okay ist wenn ich vorne warte bis nie nächste Ladung Steaks fertig ist und seine pampige Antwort war: "Denkst du, du wärst was besseres und bekommst ne Extrawurst? Hinten anstellen!" Ich habe dann versucht ihm die Situation zu erklären aber von ihm kam nur ein weiteres genervtes: "Hinten anstellen!" Ich bin dann ohne Umwege zum Auto gelaufen und heim gefahren.
So etwas passiert immer und ständig, wie bereits oben erwähnt hat mich dieser Mist eine Beziehung, meine 2 besten Freunde und einige gute Bekanntschaften gekostet. Ich war über ein dreiviertel Jahr jede Woche beim Psychologe, weil ich dachte ich würde mir das einbilden oder ich wäre daran Schuld, dem ist aber nicht so. Ich weiß wirklich nicht was ich noch versuchrn oder anders machen soll.
An jeden der jetzt etwas schreibt wie "Das ist nur ne Phase"/ "das geht vorbei, du musst nur Gedult haben"/ "jeder hat so eine Phase in seinem Leben" oder ähnliches, dem kann ich nur eine Sache sagen:
Fu** You!
Ich habe es einfach aufgegen und will es ehrlich gesagt auch nichtmehr probieren. Nächste Woche kommt jemand vorbei und rechnet grob durch, was es mich kostet, wenn meine Wohnung geräumt und alles entsorgt wird. Was ich dann mache werde ich sehen wenn hier alles geräumt ist, ich möchte niemandem zu Last fallen und zumindest finanziell ist schon alles in trockenen Tüchern