
NinotakuTV hat es scheinbar immer noch nicht gelernt.
TL;DR: Nach dem er in der Vergangenheit bereits für die nutzung von Gen-AI Inhalten für Thumbnails kritisiert wurde, gab Anime YouTuber NinoTakuTV bekannt, das er sich an einem Musikvideo von Heartshot Music beteiligt, in welchem Generative AI zum einsatz kommt, und versucht das ganze mit allerlei Ausreden zu beschönigen und reagiert auf Kritik mit Whataboutism.
Letztes Jahr gabs hier IIRC einen Post der darauf aufmerksam machte das NinotakuTV für viele seiner Thumbnails, sowohl KI generierte Bilder, als auch ungefragt Fanarts ohne jeglichen Credit nutzte, und nachdem die Kritikpunkte durch besagten Post tatsächlich mal ein gewisses mass an Aufmerksamkeit erreichten, ist er auch endlich mal auf besagte Kritik eingegangen und hat damit aufgehört. Und eigentlich dachte ich damit hätte sich das Thema erledigt.
Aber dann habe ich Gestern auf Instagram zufälligerweise folgenden Post gesehen, in dem Nino darüber spricht das er Teil eines Musikvideos, seines Kumpels Julius Busch aka Heartshot Music sein wird, an sich klingt das ja erstmal wie eine feine Sache, aber problem dabei ist, dass für besagtes Musikvideo Generative AI zum einsatz kommt, um z.B. Gesichtsbemalung darzustellen, ironischerweise, im Falle von Nino, Clowns Bemalung.
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Begründet wird das ganze damit, das einige der Beteiligten (z.B. Nino) nicht vor Ort beim Dreh dabei sein konnten, sondern die Szenen von Zuhause aus drehen mussten, weshalb es ein Zeitlich und Finanziell viel zu grosser Aufwand gewesen wäre, für alle Beteiligten auch noch Make Up Artists zu engagieren.
Und es mag vielleicht für einen einzelnen Künstler wie Julius, unrealistisch sein zu erwarten für jeden Gast der nicht vor Ort ist, extra Make Up Artists anzuheuern. Aber wenn die Gäste in diesem Video so dicke Kumpels von Julius sind, und denen so viel daran liegt, dann sollte man ja eigentlich meinen das Creator wie Ninotaku locker die reichweite und finanziellen Mittel hätten, um ihrem Kumpel dabei einfach mal unter die Arme zu greifen, und solche Kosten zu übernehmen. So exorbitant teuer kann das ja nun wohl kaum sein, das niemand der beteiligten das stemmen könnte. Im Zweifel hätte jeder Beteiligte daraus ja sogar noch Behind the Scenes Content machen können.
Und falls selbst das zu viel verlangt wäre, nun, dann hat man halt einfach Pech gehabt, und muss bei seinem Musikvideo auf die Gäste, die nicht vor Ort sein konnten, verzichten. Am Ende sollte die Message des Werkes doch wichtiger sein, als die Menge an als Clowns dargestellte InfluencerInnen im Video.
Das Medium "Musikvideo" ist schon etliche Jahrzehnte alt, da hatten andere KünstlerInnen in den vergangenen Jahrzehnten schon mit viel grösseren Hürden zu kämpfen, und konnten am Ende trotzdem gute Musikvideos liefern, ohne sich an kreativ bankrupten Schrott wie Gen-AI bedienen zu müssen.
Andere beteiligte an diesem Video wären Namen wie Malternativ, Fishc0p, LostKittn, Daniel Budiman & Freiraumreh. Allerdings konnte ich in deren Instagram Posts zu ihrer Beteiligung keine Erwähnungen KI Nutzung sehen, dementsprechend richtig sich diese Kritik in diesem Post vorerst nur an Ninotaku, und dessen Umgang mit der Kritik.
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Darüber hinaus versucht man das ganze noch damit zu beschönigen, das man ja extra die Adobe Firefly KI benutzt, die sich nur an lizensierten Material von Adobe bedienen würde.
Problem dabei ist halt aber nur die Tatsache dass auch das schon seit Jahren in der Kritik steht, da viele KünstlerInnen die ihre Werke bei Adobe Stock anbieten, dies ursprünglich nie im Wissen getan haben, das ihre Werke eines Tages von einer KI wiedergekäut werden würden, und die einzige "Opt-Out" möglichkeit wäre die komplette Löschung des Accounts und somit der Inhalte aus der Datenbank.
Darüber hinaus kommt es durch diese KI Nutzung zu einer Selbst-Kannibalisierung des Marktes, und die KünstlerInnen haben auch die geringe Entschädigung kritisiert. Das ganze mag also auf dem Papier vielleicht besser klingen als einfach ungefragt willkürliches Material aus dem Netz in eine KI einzuspeisen, aber am Ende des Tages ist es immer noch ziemlich problem behaftet.
Dazu kommt natürlich noch, der Kritikpunkt bezüglich der Umweltschäden durch KI Serverfarmen. Da ist es nähmlich vollkommen egal, woher das Ursprungsmaterial nun her kommt.
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Darüber hinaus antwortete Nino noch auf einen Kritischen Kommentar.
Etwas was Nino bei diesem Thema sehr gerne macht, ist es das ganze immer und immer wieder als "schwieriges Thema" zu bezeichnen. Gefühlt fallen diese Worte bei ihm jedes mal, wenn er sich irgendwie zu KI äussert.
Aber es ist kein "schwieriges" Thema. Jede/r mit nur einem Hauch von künstlerischer Integrität, sollte ohne Probleme anerkennen können, was für ein Mist Generative AI in Künstlerischen Bereichen ist, und wie schädlich es für die Kunst an sich und KünstlerInnen ist. Da brauch man auch nicht zu diskutieren oder nach irgendeinem "aber" suchen. Es ist purer Mist, der letztlich nur darauf abziehlt für Instant Gradification ein billiges Produkt rauszurotzen. Es ist keine "Kunst", es schadet der "Kunst" nur, und wer nach irgendwelchen Ausreden sucht, mache ich gerne auf echte Künstler wie Shiro Kotobuki aufmerksam. Ein Name von dem Nino vielleicht auch mal gehört haben könnte.
Auf mich hat es viel eher den Eindruck, das es für jemanden wie Nino ein "schwieriges" Thema ist, einfach mal klar und deutlich zu reflektieren und ehrlich mit sich selbst, und seiner Community zu sein. Einfach mal das Influencer Ego runterfahren, und tatsächlich Tacheles reden.
Aber statt das zu tun, macht er es sich furchtbar "einfach" und reagiert auf kritische Kommentare, mit dämlichen Gegenfragen wie "Boykottierst du Online-Händler, um den Einzelhandel zu unterstützen?" oder "Stellst du dich im Supermarkt in die Reihe an der Kasse, statt die SB-Kasse zu nutzen?".
Einerseits sind das total hirnrissige Vergleiche die vorne und hinten keinen Sinn ergeben, und andererseits ist das einfach nur fauler Whataboutism. Damit ist Nino dann auch nicht weit entfernt von DIESEM verhalten.