Sehr wenig Sex
Hallo alle hier.
Mein Partner (26) und ich schlafen immer seltener miteinander. Meine Libido ist extrem hoch und ich bin sehr probierfreudig (täglich, seltenst nicht erregbar), seine Libido ist im Laufe der letzten Monate erloschen. Wir wissen nicht ganz warum, aber wenn ich sage, dass ich vielleicht zu viel Sexualität ausstrahle und damit auch erhoffe und suggeriere, stimmt er zu. Er fühlt zu einem gewissen Grad Abstoßung meiner “Naturgewalt” gegenüber. Ich bin froh über die Ehrlichkeit, weiß aber nicht, was ich machen soll.
Ich war von Anfang an sehr transparent und kommunizierte klar, dass ich Intimität primär physisch teile (da gehört für mich auch küssen und kuscheln dazu). Er signalisierte mir, dass dies bei ihm auch der Fall ist und in den ersten zwei Monaten waren wir auch auf einer Wellenlänge, aber dann kam er in viel Stress (anstehender Wettkampf, familiäres.) Seitdem zeigt der Pfeil in Frequenz, Fokus auf gegenseitige Befriedigung und Dauer nach unten mit kurzen Phasen der Verbesserung nach Auseinandersetzungen über unser Sexleben.
Inzwischen kuscheln wir auch weniger, wir küssen uns kaum innig und ich habe bereits versucht, ihm viel physischen und psychischen Raum zu diesem Thema zu geben. Ich vermeide das Thema inzwischen, da wir 1. oft darüber sprachen und 2. es sich im Kreis dreht. Er hat viel Stress, er versucht bereits, daran zu arbeiten und weil er es nicht zeigt, heißt es nicht, dass er es nicht empfindet + er wird nun mehr daran arbeiten. Ich schätze seine Bereitschaft, gleichzeitig ist der Zustand nun schon länger nahezu unverändert. Verbessert eher durch meinen wachsenden Rückzug. Wir sind erst seit bald einem Jahr zusammen, daher bin ich auch bereit, noch weiter geduldig und kooperativ zu sein.
Er erwähnte mal in einem Streitgespräch auf meine Nachfrage hin, dass er mit einer anderen Frau diese Probleme vielleicht nicht hätte. Dafür entschuldigte er sich und vergewisserte mir, dass das nur aus der Wut heraus kam. Es beschäftigt mich dennoch.
Kurzum: Mir fehlt es an allgemeiner Romantik und Hingabe, in meinem Fall auch an rein sexueller Lust. Wir sind außerhalb dessen ein super Team und ich liebe ihn sehr, sehr sehr sehr. Ich weiß nur langsam nicht mehr weiter und bin ehrlich gesagt auch nicht mehr so selbstsicher in meinem Körper. Er steht unter viel Stress, ich versuche mein Bestes, für ihn da zu sein. Neue Idee ist, dass er unabhängig von mir mehr Pornographie konsumiert, weil das vielleicht was ankurbelt? Das haben wir eigentlich gelassen.
Sexuelles Auftreten: 1-2 Mal im Monat, ca. 10 Minuten jeweils mit Vorspiel. Ich komme nicht.
Habt ihr das als Männer auch schon erlebt? Wie ist eure Einschätzung? Habt ihr Tipps für ihn und/oder mich?
Das ist natürlich nur meine Perspektive. Danke schon mal vorab.
PS: Ich bringe viel mit. Er hat mich in Schlaganfall Rehabilitation kennengelernt (ich war viel desorientiert) und danach war ich in Therapie, habe dann gearbeitet und den Job verloren und bin jetzt endlich wieder stabil in Ausbildung. Das löst natürlich alles auch Irritation aus. Finanziell hatten wir auch Hürden.
PPS: Polygamie/-amorie kommen für ihn und mich nicht in Frage.
Edit: Es ist nicht das erste Mal, dass ich einen Mann ein wenig erdrücke. Ich bin offen für alles außer extremen Schmerz und WC-Sachen, kann auch traurig Sex haben, wütend, fröhlich, etc. Ich würde mich schon als ‘versaut’ bezeichnen und das nicht optional, sondern grundlegend. Das klingt für manche einladend, aber es ist auf Dauer viel für den ein oder anderen. Meine Bereitschaft und Lust sind nicht die Norm. Vielleicht gibt es den ein oder anderen kinkster hier mit eher vanilla Partnern, die auch das ein bisschen nachvollziehen können und guten Rat haben.