Ich studiere gerade Biotechnologie im Bachelor 2. Semester, aber habe immer mehr das Gefühl nicht in den MINT-Weg hineinzugehören. Für mich persönlich ist er sehr systematisch und insbesondere stark rational zweckbasiert. Es ist zwar auch eine spannende und faszinierende Welt, aber sehr oft fehlt mir der Teil, der einen wirklich etwas irrational fühlen lässt? Die Vorlesungen finde ich zwar spannend, aber in der Weise wie man eine Dokumentation spannend findet, und mit der allgemeine Lebenswelt und den Leuten meiner technischen Uni konnte ich mich irgendwie nicht hundertprozentig identifizieren.
Ich fühle mich nicht so am richtigen Ort, vor allem wenn ich mit Kommilitonen bin, bei denen man richtig merkt, dass das Feld und Studium sie auch persönlich begeistert und motiviert. Die Laborarbeit gefällt mir auch nicht wirklich, und ich sehe bei mir auch nicht den Antrieb, selbstständig intensiv zu forschen.
Ich habe gemerkt, dass ich von meinen Interessen und meiner Art zu leben viel mehr sinnesbasiert und visuell geprägt bin. Meine Interessen gern eher in die Richtung Kunst, Musik, Mode und Filme, also alles eher was einem irrational Glück gibt.
In letzter Zeit beschäftige ich mich auch intensiver mit Design als Feld. Gerade Designing Design von Kenya Hara, ein japanischer Designer und Creative Director von MUJI. Seine Arbeit und besonders Philosophie und Sichtweise aufs Leben als Designer bewegt mich deutlich mehr als meine Laborpraktikas.
Als Künstler sehe ich mich aber auch nicht. In meiner Schulzeit wollte ich Kunst und dann Film Regie machen, hab mich da auch ausprobiert aber gemerkt dass der kreative Drang etwas von nichts aus zu kreieren mir fehlt. Ich konsumier da viel lieber.
Bin gerade auch zwischen den Möglichkeiten mein Studium abzubrechen, was auch irgendwie Angst macht oder es erstmal zu beenden und danach versuchen Design oder etwas anderes zu integrieren. Ideal wäre es natürlich wirklich die beiden Welten kombinieren zu können.
War irgendwann in einer ähnlichen Lage ? Habe das Gefühl dieser Zwiespalt zwischen Kunst und Wissenschaft ist nicht so selten.