u/Delamok87

Bevor das hier in die falsche Richtung geht:
Ich will weder Menschen diffamieren noch den Kündigungsschutz grundsätzlich angreifen. Ich halte ihn für extrem wichtig gerade bei Krankheit, Krisen oder in unsicheren Lebensphasen.

Aber in der Praxis, vor allem im sozialen Bereich, sehe ich eine Seite über die kaum offen gesprochen wird.

In kleinen Teams zum Beispiel mit acht Personen reichen ein oder zwei Mitarbeitende, die dauerhaft schlechte Arbeit leisten, sich entziehen, Stimmung ins Negative ziehen oder durch auffällige Krankheitsmuster immer wieder ausfallen und das ganze System gerät ins Wanken.

Formal ist oft alles korrekt.

Faktisch bedeutet es:
Die anderen im Team fangen es auf. Dauerhaft.

Und genau hier wird es schwierig.
Wir sprechen nicht über irgendein gewinnorientiertes Unternehmen sondern über den sozialen Sektor. Pflege, Betreuung, soziale Arbeit also Bereiche, in denen man nicht einfach Personal ersetzen kann, weil Stellenpläne und Finanzierung eng getaktet sind.

Das führt dazu, dass die Belastung im System bleibt und die engagierten Kolleginnen und Kollegen sie tragen.

Mir geht es nicht darum, Menschen etwas zu unterstellen.
Mir ist auch bewusst, dass viele Probleme strukturell sind, etwa schlechte Bezahlung, hohe Belastung oder Personalmangel.

Aber genau deshalb frage ich mich:
Welche Möglichkeiten brauchen Arbeitgeber in solchen Bereichen, um mit dauerhaften Schieflagen umzugehen ohne den Schutz für wirklich vulnerable Mitarbeitende zu untergraben?

Warum ist es so schwer, darüber offen zu sprechen ohne sofort moralisch abgekanzelt zu werden?

Ich habe das Gefühl, dass gerade Menschen aus der Pflege oder sozialen Arbeit sehr genau wissen, wovon ich spreche auch wenn man es selten laut sagt.

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u/Delamok87 — 16 days ago