Hallo zusammen,
ich habe im Juli '25 (also vor ca. 9 Monaten) meine HRT begonnen. Zunächst mit 12,5 mg CPA und 1 Hub Gynokadin pro Tag, danach mehrfach angepasst und zuletzt bei 6,25 mg CPA alle zwei Tage und 4 Hüben Gynokadin pro Tag. Damit waren meine Blutwerte in den letzten Wochen:
– Gesamt-Testosteron 0,14–0,22 ng/mL
– Estradiol 90–140 pg/mL (12h nach letztem Gel-Auftrag, aber 140 war ein einziger Messwert, könnte also auch ein Messfehler sein?)
Nun hab ich das Problem, dass ich seit Beginn der HRT immer schwächer und energieloser werde. Ich kämpfe zunehmend mit Schlafproblemen, Konzentrationslosigkeit (bis hin zu Brain Fog und Depersonalisation), Energielosigkeit, Antriebslosigkeit, Stimmungsschwankungen, innerer Unruhe, Heißhungerattacken und Vergesslichkeit. Und so langsam wird das so schlimm, dass ich nahezu unfähig bin, Entscheidungen zu treffen oder Pläne zu machen, die mehr als ein paar Tage in der Zukunft liegen (musste kürzlich auch eine einwöchige Dienstreise absagen wegen einer Panikattacke). Ich hätte einen Termin für eine GA-OP in sechs Wochen bekommen können, und bin bei der Nachricht innerlich total zusammengebrochen, weil ich mich immer unsicherer fühle in meinem Körper. In manchen Momenten breche ich einfach bei der Arbeit in Tränen zusammen, und weiß gefühlt gar nicht mehr, wer ich eigentlich bin... fühle mich nur noch wie ein Wrack. Ich muss mich eigentlich glücklich schätzen, dass ich Doktorandin in der theoretischen Physik bin – ich hab wenig Verantwortung, niemand ist direkt auf mich angewiesen, sodass es (noch) nicht allzu sehr stört, dass ich regelmäßig auf der Arbeit in Tränen ausbreche und einfach heimgehe... bei jedem anderen Beruf wäre ich zurzeit nur noch ständig krankgeschrieben. Und all diese Symptome habe ich erst seit Beginn der HRT entwickelt – zwischen Coming-Out und Beginn der HRT hatte ich absolut nichts davon.
Nun ja... ich hab mich natürlich immer wieder schlau gemacht, was das alles zu bedeuten haben könnte. Bin über Testosteron-Mangel, Östrogen-Mangel und weiteres gestoßen... aber meine Endo/Gyn hält meine Werte für in Ordnung. SHBG bzw. freies Testosteron/freies Östrogen wurden leider nie bestimmt... sodass meine Vermutungen eben nur Vermutungen bleiben. Und leider fällt es mir schwer meiner Endo/Gyn klarzumachen, wie ernst meine Lage eigentlich ist. Bei den Terminen in der Praxis fühle ich meist zufällig wieder Mal ganz gut.
Ich glaube, dass ich an sich auf dem richtigen Weg bin... wechsle jetzt von Estradiol-Gel zu Pflastern für stabilere Blutwerte... hab auch schon übermorgen den nächsten Bluttest, um zu checken, ob das 100 µg/24h Pflaster ausreicht. Und CPA werde ich weiter reduzieren, vielleicht sogar ganz absetzen (LH war beim letzten Bluttest unter der Nachweisgrenze). Aber meine ständigen Probleme machen mich so fertig, dass ich einfach nicht mehr so ganz weiß, was ich noch tun soll. Das wird ja nicht alles von heute auf morgen einfach wieder normal werden.
Kommen die Symptome hier zufällig jemandem bekannt vor? Ich bin dankbar für jede Hilfe und jeden Tipp.
Herzlichste Grüße, Luisa <3