Nocturne I
Nocturne I
Die Sonne sinkt. Die letzten Strahlen fassen
die Farben, die den Alltag überschatten.
Als würden Blau und Flieder sich begatten
zerfließen sie auf düsteren Terrassen.
Der Garten schweigt im stetigen Verblassen
und dunkel überdecken weiche Matten,
die Orte, die noch Licht und Schatten hatten;
am Ende liegt er finster und verlassen
im Nirgendwo der Nacht, die sich verbreitet:
Sie wächst und greift mit gieriger Gebärde
nach Dämmergrau und wandelt es in Stille;
und nur das zage Zirpen einer Grille
belebt die Spanne zwischen Nacht und Erde;
der Ton, der sie ins Morgenrot begleitet.
^(13.12.2014)