Da Öl heute wieder im Fokus steht möchte ich euch eine Handelsstrategie zeigen, die oft weniger riskant ist als einfach nur blind Long oder Short zu gehen. Momentan sind wir der Volatilität voll ausgeliefert, geopolitische Krisen oder plötzliche Konjunkturdaten können den Preis in Minuten um 5% nach oben oder unten schießen lassen.
Anstatt zu wetten ob der Preis fällt oder steigt, wetten wir beim Spread-Trade nur auf den Preisunterschied zwischen den Sorten. Brent kostet normalerweise mehr als WTI, weil Brent in Europa leichter per Schiff verteilt werden kann, während WTI aufwendiger exportiert werden muss. Wird der Abstand zu groß setzen wir setzen wir darauf, dass sich die Preise wieder annähern. Wir verkaufen Brent und kaufen gleichzeitig WTI. Andersrum kaufen wir Brent und verkaufen WTI, sollte der Abstand zu klein werden.
Das Geniale daran ist, dass es fast völlig egal ist ob der Preis bei 70$ oder 120$ steht. Wenn der gesamte Markt einbricht, fallen meist beide Sorten. Da wir aber bei einer Sorte Long und bei der anderen Sorte Short sind, gleichen sich die Verluste im Depot weitgehend aus. Wir verdienen unser Geld rein mit der Korrektur des Preisunterschieds. Der Spread-Trade ist damit weniger abhängig von den täglichen News.
Ab einem Spread von 10$ wird Brent im Vergleich historisch teuer. Hier ist die Chance groß, dass sich der Spread wieder Richtung 6$ einpendelt. Brent Short, WTI Long
Bei einem Spread von 4-6$ handeln wir lieber nicht.
Liegt der Spread unter 3$ lohnt es sich kaum noch Öl nach Europa zu verschiffen, was den Brent Preis stützt, während WTI billiger wird. Brent Long, WTI Short
Setzt eure Stop Loss großzügig, aber konsequent. Sollte der Spread bei einem Short Versuch über 12-14$ ausbrechen, deutet dass auf eine strukturelle Krise hin. Dann ist es besser kurz die Seitenlinie zu suchen und auf ein neues Gleichgewicht zu warten