u/Busy_Emphasis_9295

Ich habe erst überlegt, das hier in r/FragtMaenner zu posten, aber ich glaube, hier ist's besser aufgehoben.

Ich bin weiblich, 36 Jahre alt, nicht die schlankste Person der Welt (arbeite aber stetig dran) und ziemlich "pflegeleicht" als Partnerin. Ich stelle keine Erwartungen an Einkommen, Größe oder sonstigen Schwachsinn, bin loyal und liebevoll, habe viel Humor, lache gern über mich selbst und bin, laut Aussage einiger meiner Freunde, ein ziemlicher "tough cookie", wenn's um die Widrigkeiten des Lebens geht. Ich bin Gamerin und spiele/meistere DnD, bin also ein ziemlicher Kreatiefling (kleiner Scherz ...).

Allerdings pflege ich einen Angehörigen und werde das auch noch machen, bis ich nicht mehr kriechen kann.

Nur scheint Letzteres wirklich jeden Mann, den ich irgendwie kennenlerne, was eh schon selten ist, abzuschrecken.

Ich bin die Einsamkeit aber verdammt leid.

Meine Freunde leben alle quer in Deutschland verteilt und durch die Angehörigenpflege komme ich so gut wie nie aus dem Haus, außer zu Hundespaziergängen, Einkäufen und Terminen - aber ist das wirklich so furchtbar?

Ich habe oft das Gefühl, dass potenziell interessierte Männer die Befürchtung haben, sie würden von mir mit in die Verantwortung, die ich trage, gezogen werden, das ist aber kompletter Unsinn.

Ich mein', natürlich würd' ich mich freuen, wenn der Partner in einer (länger anhaltenden) Beziehung vielleicht mal sagt "Hey, bleib' sitzen, ich füttere deinen Pflegling eben" oder sowas, aber ERWARTEN tue ich das nicht.

Ich will ja nicht mal in der gleichen Wohnung leben. Fußläufig erreichbar extrem gerne, wäre meine Idealvorstellung (kein Muss, Hauptsache, man sieht sich problemlos öfter), aber jeder soll seinen eigenen Rückzugsort haben, keiner soll vom Anderen in irgendeiner Weise abhängig sein. Außerdem, ist mein Erfahrungswert, bleibt eine Beziehung länger "interessant", wenn man nicht in der gleichen Wohnung wohnt. Kleine Dinge wie Dateabende bleiben länger besonders und man streitet sich weniger.

Ich bin nun seit einigen Jahren wieder Single und seid geraumer Zeit "aktiv" auf der Suche. Heißt, ich bin darum bemüht, auf diversen Wegen neue Bekanntschaften zu schließen, um meine Fühler auszustrecken. Naiverweise habe ich gedacht, bei der Pandemie männlicher Einsamkeit wird es nicht all zu schwer, einen lieben Kerl zu finden mit dem man gemeinsam durch's Leben geht, aber ich habe relativ schnell begriffen, dass das eine Fehleinschätzung war.

Ich will doch einfach nicht mehr alleine sein ... ich will mich abends doch einfach Mal in die Arme eines lieben Menschen fallen lassen, der mir sagt, dass ich für den Moment nicht mehr stark sein muss. Ich will mich auch mal um jemanden kümmern, der "Danke" sagen kann (mein Pflegling ist non-verbal) oder den Gefallen erwidert.

Ich habe bis auf meinen Pflegling nur noch meine Mutter, die auch sehr krank ist und vermutlich nicht mehr allzu lange leben wird. Danach bin ich komplett allein ... und das macht mir Angst.

Ich weiß, dass ein Redditpost dieses Problem nicht lösen wird, ich wollte mir aber einfach mal Luft machen.

reddit.com
u/Busy_Emphasis_9295 — 7 days ago