Familienhistorie im 2. Weltkrieg
Hallo zusammen,
Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wo ich diese Frage stellen könnte. Solltet ihr ein Reddit haben, in dem man mir weiterhelfen kann, würde ich mich sehr über einen Wegweiser freuen.
Mein Opa und meine Oma stammten ursprünglich aus der Ukraine/Russland und wurden im WWII nach Deutschland deportiert.
Meinen Opa lernte ich nie kennen und es existiert überhaupt nichts zu ihm. Keine Bilder. Keine Offiziellen Dokumente. Nix.
Maximal ein paar schwammige Aussagen meines Vaters, die ihn absolut glorifizieren:
- Er war ein kleiner Mann, hat im Arbeitslager aber direkt den stärksten auf die Fresse gegeben, was ihm Respekt einbrachte
- Er sprach 7 Sprachen, weshalb er nützlich für die Nazis war und ein eigenes Leben aufbauen durfte
- Nach dem Krieg wurden Deportierte wie er in Osteuropa als Landsverräter angesehen, weshalb er nicht mehr zurück durfte
- Im Austausch für seine Dienste wurde ihm die deutsche Bürgerschaft gegeben, was seiner Familie das Leben sicherte. Kinder, die noch in Osteuropa zur Welt kamen und dementsprechende Namen trugen mussten die Namen zu deutschen Varianten ändern.
Mir kommt es etwas zu astrein vor, zumal ich mir nicht vorstellen kann, dass du Respekt bekommen hast, wenn du dich mit Nazis im Lager prügeltest. Besonders nicht, wenn’s das „dickste Tier“ gewesen ist.
Von meiner Tante weiß ich nur, dass sie sich dran erinnert, dass in ihrem Haus viele Juden ein und aus gingen. Mein Vater kam nach Kriegsende auf die Welt, meine Tante vorher.
Frage:
Kann das wirklich hinkommen, dass mein Opa einfach knallhart war und wegen den Sprachen verschont wurde?
Mein Verdacht ist, dass er eher eine Ratte war und half, Juden aufzuspüren… Das würde auch eher erklären, wieso er nicht zurück in die Heimat durfte und man alle Hinweise auf seine Existenz vernichtete, ebenso der Kommentar mit „viele Juden gingen bei uns ein und aus“.
Geschichtlich haben wir solche Fälle in der Schule nie durchgenommen und in Selbstrecherche kam ich nie wirklich weit.
Falls sich jemand auskennt wäre ich wirklich sehr dankbar.