u/Anarchist_Angel

Anschluss verloren

(Ja, heute gleich zwei Posts von mir, auch wenn der andere mehr ein frustiger Rant war)

Ich bin traurig (und nicht Louisa Jindaoui). Ich habe den Anschluss verloren. Ich mache keine neuen Freunde mehr und wenn, dann sind sie "im Berufsleben angekommen" und nicht auf einer Wellenlänge mit mir chronischem Freigeist. Und ich werde auch immer mehr so. Ich verliere Lebenslust, ich verliere Hoffnung, ich nehme das Leben immer mehr wahr wie einen reiner Über-Lebenskampf. Die Woche irgendwie schaffen. Öfter auch nur den Tag. Und dann ist wieder ein Jahr vergangen.

Der Absturz ist symbolisch am "Bilder von mir"-Ordner zu erkennen.

2022: 94 Bilder, 0 davon bei der Arbeit (hatte ja keine lul)
2023: 91 Bilder, 8 davon bei der Arbeit (Ausbildung begonnen!)
2024: 123 Bilder, 118 davon bei der Arbeit
2025: 45 Bilder, 25 davon bei der Arbeit
2026 bis jetzt: 5 Bilder, 5 davon bei der Arbeit

Kein perfekt linearer Trend, aber analysieren wir nach EVENTS auf den Bildern, also Unternehmungen, Parties, Reisen, dann landen wir bei immer weniger privaten Freuden.

Ich traue mich auch immer weniger raus. Alleine verlasse ich nur noch selten das Haus, zu gefährlich ist es geworden. Ob ihr das als Realität anerkennt oder nicht sei mal dahingestellt, als meine persönliche Wahrnehmung müsst ihr es akzeptieren. Jedes einzelne verdammte mal wenn ich rausgehe werde ich bepöbelt, beleidigt und immer öfter auch mit Gewalt bedroht. Mittlerweile sogar, wenn ich nicht alleine bin. Dinge, die mir früher immerhin ein Sicherheitsgefühl gegeben haben, sind heutzutage allesamt verboten, sodass ich mich zudem sehr verwundbar fühle und nicht mehr für mich einstehe. Stattdessen schaue ich weg, versuche es zu ignorieren um nicht zu eskalieren. Und senke den Kopf in Schande.

Ich werde immer mehr zu dem, was ich früher verachtet habe. Schweigende Komplizen in der Verrohung der Gesellschaft. Ein negatives Selbstbild stellt sich ein.

Ich besuche nur noch selten die "alte Heimat" Zoo. Und wenn, fühl ich mich fehl am Platz. Ich fühle mich da nicht mehr zuhause. Der Zustand der Menschen ist immer desolater und die Alkoholexzesse schlimmer denn je. Dazu kommen die zahlreichen Autoposer die bestenfalls einfach cringe sind und schlimmstenfalls gewaltaffine Macker.

Und ihr merkt vielleicht schon: Ich sehe keine Schönheit mehr. Ja, vielleicht hat der Zoo wirklich seine schönen Seiten verloren, aber vielleicht nehm ich sie nicht mehr wahr, weil ich zu verbittert bin. Ich fühle mich nämlich genau genommen nirgends mehr wohl. Überall bedroht. Überall beobachtet. Überall gestresst.

Falls ihr gerade euren Bildschirm in beiden Händen haltet und in größtmöglicher Laustärker "BURNOUT" brüllt, dann ja, daran dachte ich auch schon. Die Prüfungsphase der Ausbildung verlangt einiges ab und die Tatsache dass wir keinen Dienstplan- tschuldigung, dass ICH keinen Dienstplan habe (bei den anderen Azubis klappt's komischerweise) macht es nicht einfacher. Oft weiß ich erst nen Tag vorher, ob, wo, und was ich arbeiten muss. Manchmal auch erst am selben Tag oder mir sagt einfach gar keiner Bescheid und ich steh plötzlich am falschen Bahnhof, beim falschen Personal oder wie auch immer und telefoniere dann ne Stunde in der Gegend rum, bis mir wer sagen kann, was denn nun Sache ist. Das gefährdet sogar meinen Abschluss, da wir für diesen eine bestimmte Anzahl Schichten mit bestimmten Loks gefahren haben müssen. Loks, die mir nie zugeteilt werden.

Und doch habe ich das Gefühl, dass das bei weitem nicht der einzige Faktor ist, dass ich so dauermüde bin. Ausgebrannt. Ich wache auf und bin müde, hab auf den Tag schon gar kein Bock mehr. Heute habe ich 13h geschlafen und bin damit natürlich auch müde. Die ToDo-Liste sitzt bei 0/13 und gegessen habe ich seit gestern morgen auch nichts, aber ich habe auch einfach keinen Hunger und schon gar keine Energie zum Kochen oder Geld zum Essen bestellen.

reddit.com
u/Anarchist_Angel — 4 days ago

Ich hab kein Handy mehr

Heute "morgen" wachte ich nach 13h Schlaf auf und blickte aufs Handy:

Akku 1%

Kurz darauf ging es aus.

Naja, nicht so dramatisch, dachte ich mir, und schloss es nach dem Aufstehen an das Ladegerät an. Negative News prasseln auf mich ein, die Laune sinkt zum Tiefpunkt und Spiele frusten mich bis zum Gehtnichtmehr (Dark Souls 3 mit seinen Bugs und Oblivion Remastered weil mein Savegame permanently borked ist). Ich prüfe das Handy: Es hat nicht geladen.

Es lässt sich nicht einschalten und reagiert auch nicht auf das Anstecken am Ladegerät. Ich habe unterschiedliche Ladegeräte und den PC USB Anschluss versucht, das Diensthandy lädt überall ganz normal. Aber mein Privathandy bleibt tot, auch nach Stunden.

Das schöne Wetter bleibt ungenutzt, denn aus Sicherheitsgründen gehe ich nicht ohne Handy raus. Letztes mal, als ich Trainspotten war, wurde ich innerhalb von 2 Stunden vier mal von Nazis angepöbelt und einmal angespuckt. Ich möchte, dass falls etwas schlimmeres passiert, ich wenigstens nen Krankenwagen rufen kann.

De facto bin ich also jetzt drinnen eingesperrt. Das Handy war allgemein eine Enttäuschung. Es ist ein ordentlicher Ziegelstein, der mit Ruggedness und langer Akkulaufzeit mir fast nen Tausender entlockte. Der Akku hält nen Dreivierteltag bei gelegentlicher Nutzung und die Frontkamera war schon vom Kauf an kaputt (Ich dachte das liegt an der Schutzfolie, die ich erst vor ner Weile abgemacht hatte und danach feststellte, dass die kaputte Optik wohl die Kamera selbst sein muss). Dass ich ständig kein Netz habe liegt wohl eher am Anbieter, aber "schlechter Funkempfang" war auch eine negative Rezension des Telefons selbst. Die externe Ladestation wäre cool gewesen, gibt es aber nur in der Ausführung für 4 Telefone und für 200€.

Summa summarum: kauft euch kein Sonim-Telefon.

Ich bin am überlegen, ob mein nächstes Handy schlicht ein Dumbphone wird. Smartphones lohnen sich eigentlich nicht und ich habe langsam nicht mehr genug Steckdosen im Haus, um alle 824129481209 Geräte zu laden.

reddit.com
u/Anarchist_Angel — 4 days ago