Ist mittleres Management einfach ein Job, den man nicht gewinnen kann?
Ich (W < 30) bin seit 8 Jahren in einer Führungsposition zwischen meinen Mitarbeitenden und dem obersten Management und gerade einfach nur noch fertig.
Jahrelang wurden die Probleme mit einigen meiner Mitarbeitenden komplett ignoriert: schlechte Leistung? Durchgewunken. Regeln? Optional. Kritik? Bloß nicht (und wenn, dann nur dosiert), könnte ja unbequem werden.
Der Tenor von oben war immer: "Solange Personal da ist, ist alles super" und "Du hast das im Griff, wir glauben an dich", "auf dich ist Verlass, du kannst motivieren", "die Zahlen sind Super" usw.
Ich hab die Probleme immer wieder angesprochen, stand damit aber am Ende alleine da. Den Laden zusammenhalten war mein Job, die Verantwortung hatte ich. Ich hab geschult bis zum Abwinken, idiotensichere Anleitungen geschrieben, Hilfestellung ohne Ende gegeben, bin individuell auf jeden eingegangen. Und trotz all der Mühe hat sich bei einzelnen Mitarbeitern einfach GAR NICHTS verändert. Echte Konsequenzen ziehen oder Leute entlassen? Bloß nicht.
Jetzt ist endlich eine neue Führungsebene da, die das genauso sieht wie ich. Heißt aber: Wir müssen jetzt all die ignorierten Themen aufarbeiten. Grenzen setzen, Leistung einfordern, teilweise personelle Konsequenzen ziehen.
Und da merke ich, wie kaputt die Dynamik ist. Manche meiner Leute reagieren bei normaler Kritik mega defensiv oder nehmen alles persönlich, weil sie es nicht gewohnt sind. Jetzt bin ich natürlich die, die den ganzen Frust abbekommt, obwohl ich seit Jahren versuche, professionell zu führen.
Es kotzt mich an. Ich hab dafür gekämpft, dass sich was ändert, den Laden zusammengehalten, und jetzt darf ich die Konsequenzen tragen. Danke für nichts.
Hat jemand ähnliche Erfahrungen oder Tipps? Ich bin einfach langsam am Ende.