u/00crushedice00

Egal wo ich arbeite, ich langweile mich

Hi,

Ich weiß nicht mehr weiter. Ich bin Physiker und habe bei Infineon / semiconductors generell gearbeitet. Ich fand Schule langweilig, uni langweilig, Arbeit langweilig. Promotion auch. Dachte mir fehlt vielleicht der menschliche Kontakt auf der Arbeit, ein soziale Komponente im Vordergrund. Studiere jetzt Medizin und bin in der Klinik. Erste famulatur grade gemacht und wieder - langweilig. Ich habe den Eindruck, man macht immer nur dasselbe auf der Arbeit alles ist nur routine. Bis jetzt habe ich noch nie was gemacht, wo ich den Eindruck hatte, dass man wirklich was können muss. Und ich sehe das nicht nur bei mir, sondern auch bei allen anderen Leuten mit denen ich jemals gearbeitet habe. Ich meine das keinesfalls beleidigend oder so. Aber ich habe den Eindruck, dass es gar keine Arbeit gibt, wo man wirklich was leisten kann. Es fühlt sich mehr an, als wäre Arbeit nur eine Ausflucht, damit man beschäftigt ist und was zu tun hat und sich einreden kann, man würde was leisten und das Leben hat einen Sinn.

Vielleicht ist das ein Luxusproblem, vielleicht bin ich nicht fürs arbeiten gemacht. Vielleicht bin ich faul oder depressiv. Aber am zufriedensten war ich im Physik Bachelor mit grade 20, wo man noch relativ schnell ganz neue Welten erschlossen hat, gefühlt maximal zehn studnen pro Woche uni gemacht hat und die ganze Zeit mit Freunden gechillt, gesoffen, geraucht, am See gespielt und gegrillt hat und mit netten Kommilitoninnen geflirtet und gevögelt hat.

Komische Welt. Immerhin hat das Medizinstudium ein bisschen so ein vibe. War toll, sich das mal von der Seele zu schreiben.

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u/00crushedice00 — 6 days ago